SWOT-Analyse

Analyse der regionalen Stärken und Schwächen –
Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken

 

Bevölkerungsentwicklung / Demographie

 Stärken

  • Gemeinden in den Ämtern Crivitz, Zarrentin und Boizenburg-Land z.T. mit positiver Entwicklung als Wohnstandorte für die Arbeitsmärkte Hamburg und Schwerin.
  • Wachsende Gemeinden z.T. in direkter Nachbarschaft zu schrumpfenden Räumen (mögliche Stabilisierungseffekte).

 Schwächen

  • Häufung von Gemeinden mit z.T. deutlichen Bevölkerungsverlusten in der Mitte, im Süden und im Osten des Landkreises.
  • Hier insbesondere negativer Saldo der natürlichen Bevölkerungsentwicklung („Sterbeüberschuss“) stark ausgeprägt.
  • Ländliche Räume mit besonderen demographischen Herausforderungen gemäß LEP im NO des Landkreises.
  • Ungünstige Senioren-Kinder-Relation im Süden und Osten des Kreises.

 Chancen

  • Sich verändernde Altersstruktur schafft Märkte für neue, altersgerechte Dienstleistungsangebote.
  • Innovative Nicht-Standardlösungen der Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen mit besonderen demographischen Herausforderungen gemäß LEP .

 Risiken

  • Überalterung in den Dörfern insbesondere im Süden und Osten des Kreises.
  • Sich selbst verstärkender Effekt: Ausbleiben von Investitionen in „amtlich anerkannten Problemräumen“, den ländlichen Räumen mit besonderen demographischen Herausforderungen gemäß LEP.

Der Handlungsbedarf in Bezug auf das Themenfeld Bevölkerungsentwicklung / Demographie bezieht sich auf die Sicherung von Entwicklungsmöglichkeiten und der infrastrukturellen Grundausstattung im gesamten Landkreis, also auch den Regionen, in denen die Probleme des demographischen Wandels deutlich hervortreten. Dabei sind auch die Chancen zu betrachten, die durch den demographischen Wandel ggf. entstehen.

 

Raum- und Siedlungsstruktur, Verkehr

Stärken

  • Gleichmäßig verteilte Mittel- und Grundzentren sichern flächendeckende Versorgung des ländlichen Raums mit zentralörtlichen Dienstleistungen.
  • Nähe der westlichen Teile des Kreises zur Metropole Hamburg (Altkreis Ludwigslust ist Bestandteil der Metropolregion).
  • Geringe Wohnungsleerstände und hohe Einkommenssteueranteile im Einzugsbereich von Schwerin.
  • Gute Anbindung an Metropolen Hamburg und Berlin über A 24.
  • Flächenhafte Erschließung über Bundesstraßennetz.
  • ICE-Haltepunkt Ludwigslust.

Schwächen

  • Geringe Bevölkerungsdichte von 47 Einw./km² im Landkreis, regional noch geringere Werte von z.T. unter 20 Einw./km².
  • In der Fläche kleinteilige Dorf- und Gemeindestrukturen erschweren Versorgung, Erreichbarkeit und Verwaltung.
  • Metropolferne der östlichen Teile des Kreises.
  • Kleine Haushalte im Süden und Osten des Kreises („Seniorenhaushalte“, Wohngeldempfänger).
  • Im NO des Kreises einzelne Lücken im Bundesstraßennetz.
  • ÖPNV-Angebot sichert in erster Linie den Schülerverkehr ab, ergänzende Angebote durch einzelne Buslinien, Anrufsammeltaxen und Rufbusse.

Chancen

  • Profilierung des westlichen Kreisgebiets als Wohnstandort für Berufspendler nach HH.
  • Kleinteilige Dorf- und Gemeindestrukturen stärken Engagement und Identifikation vor Ort.
  • In der Perspektive gute Anbindung an mitteldeutschen Wirtschaftsraum über A 14.

Risiken

  • Grundversorgung in vielen kleinen Dörfern gefährdet.
  • PKW-Fahrten und Umweltbelastungen steigen durch längere Versorgungswege und ausgedünntes ÖPNV-Angebot.
  • Vermehrte Wohnungsleerstände in peripher gelegenen Gemeinden.

In Bezug auf die Raum- und Siedlungsstruktur ist die bereits getroffene Aussage zur differenzierten Struktur des Landkreisgebiets zu bestätigen. Es gibt Räume im Westen und im Norden des Landkreises mit einer Lagegunst im Einzugsgebiet der Metropole Hamburg und der Landeshauptstadt Schwerin, in denen die Strukturdaten besser ausfallen, als im Osten und Süden des Landkreises. Die geringe Bevölkerungsdichte von unter 50 Einwohnern pro Quadratkilometer ist dabei in allen Teilen des Kreisgebiets etwa gleich, hier heben sich lediglich die Städte mit höheren Bevölkerungsdichten ab.

Der Handlungsbedarf in diesem Themenbereich bezieht sich in erster Linie auf Fragen der Mobilität im ländlichen Raum. Den guten bis sehr guten über- und innerregionalen straßenseitigen Verkehrsanbindungen stehen Lücken im ÖPNV gegenüber. Im ländlichen Raum sind die Bewohner außerhalb der Schulzeiten auf den PKW als Transportmittel angewiesen. Dies schränkt insbesondere bei älteren Bewohnern die Mobilität deutlich ein und mindert gleichzeitig die Attraktivität dieser Räume als Wohnstandorte. Der demographische Wandel, der in vielen Gemeinden des Landkreises ein Problem darstellt, verschärft den Handlungsbedarf noch weiter, weil er dazu führt, dass die Schwelle zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit des ÖPNV noch weiter ansteigt.

 

Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Beschäftigung

Stärken

  • Arbeitslosenquoten von unter 5 % im Norden und Westen des Kreises.
  • Hohe SV-Beschäftigtenquoten und SV-Arbeitsplatzdichten auch in vielen ländlichen Gemeinden.
  • Kleinstädte bilden wichtige Arbeitsmarktzentren für den ländlichen Raum.
  • Hohe Kaufkraft in den Umlandgemeinden von Schwerin und im Einzugsbereich von HH.
  • Starke Ernährungswirtschaft.

Schwächen

  • Hohe Arbeitslosenquoten im Süden und Osten des Kreises.
  • Kaufkraftgefälle von Nord-West nach Süd-Ost.
  • Geringe Arbeitsplatzzentralität, hoher Auspendlerüberschuss.
  • Versorgungslücken im Breitbandnetz sind negativer Standortfaktor.

 

Chancen

  • Nutzung des Clusters Ernährungswirtschaft zur Ansiedlung weiterer Unternehmen dieser Branche.

Risiken

  • Fachkräftemangel durch Auspendeln nach HH oder Abwanderung.

Auch in der Wirtschafts- und Beschäftigungsstruktur ist die Differenzierung des Kreisgebiets in einen Nord- und Westteil mit positiven Strukturdaten und einen Süd- und Ostteil mit schlechteren Werten deutlich erkennbar. So liegt die Arbeitslosenquote im Westteil im Einzugsbereich von Hamburg und Schwerin und in der Nähe der Gewerbegebiete in Valluhn und Wittenburg z. T. unter 5 %, im Osten des Kreisgebiets dagegen bei 10 % und mehr. Ein ähnliches Gefälle ist bei der Kaufkraft zu beobachten. Hier machen sich wiederum die Auspendler Richtung Hamburg und Schwerin bemerkbar, die zur höheren Beschäftigungsquote beitragen und vergleichsweise gut verdienen. Allerdings bedeutet dies auf der anderen Seite einen hohen Auspendlerüberschuss, eine geringe Arbeitsplatzzentralität und eine vergleichsweise geringe Wirtschaftskraft auch in den Räumen mit „Lagegunst“.

Angesichts der Bedeutung, die das Internet für die moderne Wirtschaft hat, sind die Versorgungslücken im Breitbandnetz im Landkreis ein deutlich negativer Standortfaktor, der durchaus über Ansiedlungserfolge oder auch Abwanderung von Unternehmen entscheiden kann. Handlungsbedarf entsteht zudem dadurch, dass damit technische Möglichkeiten zur Sicherung der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum, wie E-Health oder E-Learning, in Frage gestellt werden, auf die man angesichts des demographischen Wandels zukünftig ggf. angewiesen sein wird.

Der demographische Wandel ist ebenfalls zu berücksichtigen, wenn es um die Sicherung der Fachkräfte für die regionale Wirtschaft geht. Hier muss aufgepasst werden, dass es aufgrund lukrativerer Angebote in Hamburg und fehlender Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort nicht zu einem Engpass beim Nachwuchs im Landkreis kommt.

Ansätze für eine positive Entwicklung finden sich in der Ernährungswirtschaft, die u. a. an den Standorten Wittenburg, Hagenow, Boizenburg und Ludwigslust stark vertreten ist und die ggf., unter Nutzung der neuen Verkehrsanbindung über die A 14 nach Süden, noch weiter ausgebaut werden kann.

 

Tourismus

Stärken

  • Zuwächse in der Entwicklung der Gästeankünfte und Übernachtungen in den letzten Jahren.
  • Plau am See als touristisches Zentrum im Landkreis.
  • Großschutzgebiete als „Qualitätslabel“ für landschaftsgebundenen Tourismus.
  • Wassertouristische Potenziale durch Elbe, Müritz-Elde-Wasserstraße, Warnow, Schweriner See, Plauer See, Sternberger See.
  • Kulturgeschichtliche Alleinstellungsmerkmale (z. B. Schloss Ludwigslust, Festung Dömitz, Slawendorf Groß Rhaden).

Schwächen

  • Kein zusammenhängender Tourismusraum, Wechsel zwischen attraktiven und weniger attraktiven Landschaften.
  • Fehlende überregionale Bekanntheit als Tourismusdestination.
  • Lücken im Radwegenetz.
  • Fehlende Angebote an Versorgungseinrichtungen, Restaurants, Cafés und Hotels in vielen Dörfern.

 

Chancen

  • Entwicklung der westlichen Teile des Landkreises zur Naherholungsregion für HH.
  • Erschließung von Besucherpotenzialen aus Berlin.
  • Ausbau und Verknüpfung der wassertouristischen, fahrradbezogenen und Wanderpotenziale.

Risiken

  • Fehlende Bündelung von Angeboten und Investitionen lässt Aktivitäten verpuffen.
  • Mangelnde Profilierung gegenüber benachbarten, etablierten Tourismusregionen (Mecklenburgische Seenplatte).
  • Nutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft und Tourismus.

Unter touristischen Gesichtspunkten sind zunächst die Potenziale des Landkreises zu betonen: Vier Großschutzgebiete, davon zwei UNESCO-Biosphärenreservate, die eine gute Grundlage für landschaftsgebundene Erholung bieten, Potenziale im Wassertourismus insbesondere durch die Elbe, die Müritz-Elde-Wasserstraße und die vielen Seen einschließlich des Schweriner Sees, einzigartige historische Bauwerke, wie das Schloss Ludwigslust, die Festung Dömitz oder das Slawendorf Groß Rhaden.

Allerdings werden diese Potenziale bisher zu wenig zusammen geführt. Das touristische Zentrum des Landkreises mit den mit weitem Abstand meisten Gästeankünften und Übernachtungen bildet Plau am See, ganz im Osten des Landkreises. Plau ist dabei, mit der günstigen Lage zur A 19 Richtung Berlin, bereits als Teil der Tourismusdestination Mecklenburgische Seenplatte zu sehen. Mit den anderen Teilregionen des Landkreises Ludwigslust-Parchim hat die Stadt somit keine direkte touristische Verknüpfung. Der Handlungsbedarf besteht vor diesem Hintergrund darin, die touristischen Angebote im Landkreis besser zu vernetzen und dazu auch die touristische Infrastruktur weiter auszubauen.

Aufgabe muss es sein, die touristischen Potenziale zu bündeln. Angesichts der Größe des Landkreises und seiner heterogenen Strukturen ist die Profilierung der Teilräume entsprechend ihrer jeweiligen Potenziale als Naherholungsraum, Raum für landschaftsgebundene Erholung, wassertouristisches Ziel usw. eigenständig zu fördern. Auch die Naherholungsfunktion mit mehr Freizeitangeboten zur Verbesserung der Lebensqualität der ortsansässigen Bevölkerung ist zu stärken.

 

Landnutzung / Flächenverbrauch

Stärken

  • Anteil an Siedlungs- und Verkehrsfläche unter Landesdurchschnitt.
  • Im Vergleich mit Verdichtungsräumen geringer Versiegelungsgrad, Landwirtschaft ist größter Flächennutzer.
  • Vier Großschutzgebiete dienen auch dem Bodenschutz.

Schwächen

  • Geringe Bodenwertzahlen in weiten Teilen des Kreises (z. B. Griese Gegend), Grenzertragsböden mit entsprechenden wirtschaftlichen Risiken für die bewirtschaftenden Betriebe.

 

Chancen

  • In weiten Teilen des Kreises geringer Flächenverbrauch für neue Siedlungs- und Gewerbeflächen aufgrund von verminderten Bedarfen.

Risiken

  • Erhöhter Flächenverbrauch für Verkehrs-, Siedlungs- und Gewerbeflächen im vom Weiterbau der A 14 betroffenen Bereich.
  • Flächenkonkurrenz zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus.

Die Bundesregierung hat in ihrer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie aus dem Jahr 2002 das Ziel festgelegt, die tägliche Neuinanspruchnahme von Siedlungs- und Verkehrsfläche bis zum Jahr 2020 auf 30ha zu begrenzen. Vor diesem Hintergrund ist der Handlungsbedarf in diesem Themenfeld so zu definieren, dass alle Maßnahmen der ländlichen Entwicklung im Landkreis Ludwigslust-Parchim auch immer am 30ha-Ziel gemessen werden müssen.

Aufgrund der dünnen Besiedlung des Kreisgebiets mit Bevölkerungsdichten von unter 50 Einwohnern pro Quadratkilometer (s. o.) ist auch der Anteil an Siedlungs-und Verkehrsfläche im Landkreis unterdurchschnittlich, der Versiegelungsgrad gering. Die Landwirtschaft ist mit Abstand der größte Flächennutzer. Da weite Teile des Landkreises eher mit einer Abnahme der Bevölkerungszahl konfrontiert sind, wird sich der Siedlungsdruck und damit der Flächenverbrauch zumindest in den betroffenen Teilräumen absehbar nicht erhöhen. Landwirtschaftliche Fläche sollte auch als solche erhalten bleiben.

Etwas anders stellt sich die Situation im Bereich der A 14 dar, die Richtung Süden weitergebaut wird. Alleine durch den Bau der Autobahntrasse selbst, aber auch durch ggf. begleitende Entwicklung von Wohn- und Gewerbegebieten besteht hier die Gefahr weiteren Flächenverbrauchs.

Die Vorgabe der Regionalplanung, die Wohnbauflächenentwicklung außerhalb der zentralen Orte auf den Eigenbedarf der ortsansässigen Wohnbevölkerung zu beschränken, dient zwar der Verringerung des Flächenverbrauchs. Sie wird jedoch von vielen Kommunalvertretern als zu starke Einschränkung der eigenen Entwicklungsmöglichkeiten angesehen, verbunden mit der Gefahr der Verminderung der Attraktivität der betroffenen ländlichen Siedlungen.

In Bezug auf die Landnutzung kann es ggf. zu Flächenkonkurrenzen zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus kommen, z. B. durch Stallbauten oder im Zuge der Realisierung und Betreibung von Biogas- oder Windenergieanlagen.

 

soziale und kulturelle Infrastruktur

Stärken

  • Bis auf wenige Ausnahmen gute Versorgung mit Kita-Plätzen.
  • Insgesamt flächendeckendes Schulangebot.
  • Facharztversorgung wird in der Regel über die zentralen Orte des Kreises gesichert.

Schwächen

  • Eingeschränktes wohnortnahes Schulangebot, viele Schüler sind bereits in der Grundschule auf den Transport mit PKW oder Bus zur Schule angewiesen.
  • Ausstattung mit Krankenhausbetten deutlich unter Landesdurchschnitt.
  • Hausarztversorgung in einigen Teilräumen im Osten des Kreises („Aufmerksamkeitsräume“) unterdurchschnittlich.

Chancen

  • Erhalt der Angebote der Kinder- und Jugendbetreuung sichert die Attraktivität des ländlichen Raums als Wohnstandort für Familien.

 

Risiken

  • Tragfähigkeit von sozialer Infrastruktur in kleinen und peripheren Gemeinden gefährdet.
  • Haus- und Facharztstellen im Kreis können bei Ausscheiden aus Altersgründen z. T. nicht wieder besetzt werden, Lücken im Versorgungsangebot werden größer.
  • Versorgungslücken im Breitbandnetz verhindern den Einsatz von Telemedizin als Lösung für Probleme in der ärztlichen Versorgung.

Die Ausstattung der ländlichen Räume mit Einrichtungen der sozialen und kulturellen Infrastruktur ist ein entscheidender Standortfaktor für die Attraktivität als Wohnstandort. Dabei fragen jungen Familien vorwiegend Angebote im Bereich der schulischen Bildung und der Kinder- und Jugendbetreuung nach. Mit zunehmendem Alter werden Gesundheitsdienstleistungen immer wichtiger. In jedem Fall müssen die Einrichtungen wohnortnah oder mit dem ÖPNV zu erreichen sein, da sowohl Kinder und Jugendliche, als auch ältere Menschen in der Regel eingeschränkt in ihrer Mobilität sind.

Es zeigt sich, dass die Versorgung mit Kitaplätzen im gesamten Landkreis gut ist. Es gibt wenige Ausnahmen vor allem im Umfeld der Städte Boizenburg und Parchim. Hier kann man davon ausgehen, dass die Kinder dann in den Städten betreut werden. In Bezug auf die Schulversorgung gibt es zwar ein flächendeckendes Angebot an Grund- und Regionalschulen. Trotzdem sind die Schulen aber nicht in jedem Fall wohnortnah. Aufgrund der in der Fläche kleinteiligen Siedlungsstruktur sind bereits viele Grundschüler im ländlichen Raum auf den Transport mit PKW oder Bus zur Schule angewiesen.

Im Bereich der ärztlichen Versorgung wird das Angebot an Fachärzten in der Regel in den zentralen Orten abgesichert. In der hausärztlichen Versorgung gibt es zwar noch eine Versorgung in der Fläche. In einigen Teilräumen insbesondere im Osten des Landkreises ist der Versorgungsgrad aber bereits unterdurchschnittlich. In der Regionalstrategie Daseinsvorsorge werden diese Räume als „Aufmerksamkeitsräume“ bezeichnet, in denen die Versorgungssituation künftig besonders beobachtet werden muss.

Der zukünftige Handlungsbedarf richtet sich damit auf die Erhaltung der Kitas, Schulen und Gesundheitsangebote im ländlichen Raum.

 

Umwelt und Natur

Stärken

  • Abwechslungsreiche und attraktive Landschaften mit Seen, Flüssen, Wasserstraßen und Wäldern als Grundlage für Tourismus und Naherholung.
  • Großschutzgebiete zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Landschaften: Zwei Biossphärenreservate, zwei Naturparke.

Schwächen

  • Einschränkungen für Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung in den Großschutzgebieten.

 

Chancen

  • Ausbau der Potenziale der naturverträglichen Erholung in Natur und Landschaft.
  • Naturnahe Entwicklung weiterer Teilräume durch geringe Bevölkerungsdichte und zukünftige demographische Entwicklung.

Risiken

  • Nutzungskonflikte zwischen Natur, Tourismus und Landwirtschaft.

Die abwechslungsreiche Landschaft und in weiten Teilen intakte Natur schaffen eine ideale Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung der ländlichen Räume im Kreisgebiet: Schutz von Natur und Umwelt bei gleichzeitiger wirtschaftlicher Nutzung in Form einer umweltverträglichen Landwirtschaft und eines nachhaltigen, landschaftsgebundenen Tourismus sowie attraktiver Wohnstandort in gesunder Umgebung. In Bezug auf die Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung setzt der Status der Großschutzgebiete dabei allerdings engere Grenzen, als in Räumen ohne Schutzstatus.

Die geringe Bevölkerungsdichte und der geringe Siedlungsdruck schaffen die Voraussetzungen dafür, dass auch zukünftig eine naturnahe Entwicklung in weiten Teilen der ländlichen Räume des Landkreises gewährleistet bleibt. Handlungsbedarf ergibt sich trotzdem, weil im Einzelfall auch Konflikte zwischen den Ansprüchen an eine touristische Entwicklung, den Bedürfnissen der landwirtschaftlichen Unternehmen nach effizienter und marktgerechter Produktion und den Schutzerfordernissen für Natur und Umwelt auftreten können.